Welche 18 Pflichten und Nebenpflichten Ihre Mitarbeiter im Rahmen ihres Arbeitsverhältnisses haben

Nachdem Ihre Mitarbeiter den Arbeitsvertrag unterschrieben und ihre Arbeit bei Ihnen begonnen haben, unterliegen sie einer Reihe von Pflichten. Sie müssen nicht nur ihren Arbeitsvertrag möglichst gut erfüllen, sondern auch noch einige Nebenpflichten.

Das sind die Pflichten Ihrer Mitarbeiter von A bis Z
AbwerbungIhre Mitarbeiter dürfen keine anderen Mitarbeiter von Ihrem Unternehmen abwerben. Das stellt einen Verstoß gegen ihre Loyalitätspflicht dar und darf mit einer außerordentlichen Kündigung geahndet werden.
Alkohol und DrogenMitarbeiter sind verpflichtet, dienstbereit zur Arbeit zu erscheinen. Diese Pflicht beinhaltet auch, dass sie bei Arbeitsantritt nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen und auch während der Arbeit keinerlei Substanzen zu sich nehmen, die die ordnungsgemäße Ausübung ihrer Arbeit beeinträchtigen oder verhindern.
AnzeigepflichtIhre Mitarbeiter müssen Ihnen Störungen oder eventuelle Schäden in ihrem Arbeitsbereich melden. Außerdem sind sie auch verpflichtet, rechtwidrige Handlungen anderer Mitarbeiter anzuzeigen, die den Arbeitgeber oder Kollegen schädigen.
ArbeitspflichtIhre Mitarbeiter sind dazu verpflichtet, ihre Arbeitsleistung im Rahmen der arbeitsvertraglichen Vereinbarungen persönlich zu erbringen.
Auskunfts- und InformationspflichtenWenn Sie nachfragen, müssen Mitarbeiter Sie über alle Vorgänge und Tatsachen unterrichten, die im Zusammenhang mit ihrem Arbeitsverhältnis stehen (Auskunftspflicht). Das sind z. B. laufende Geschäftsvorgänge, Aufbewahrungsorte von Unterlagen, Anbahnung von Geschäftsbeziehungen usw. Auf Ihre Nachfrage haben Mitarbeiter auch Auskunft über ihre persönlichen Verhältnisse zu geben, sofern Sie auf Arbeitgeberseite diese zur ordnungsgemäßen Abwicklung des Arbeitsverhältnisses benötigen.

Beispiel: Auskunft über den Familienstand und Zahl der Kinder im Rahmen von Vergütungszulagen.

Informationspflichten treffen Ihre Mitarbeiter auch dann, wenn sie z. B. noch weitere Arbeitsverhältnisse haben oder in Ihrem Unternehmen als Betriebsrat tätig sind.

Außerdienstliches VerhaltenMitarbeiter dürfen auch außerhalb ihres Dienstes kein Verhalten an den Tag legen, das in irgendeiner Weise negative Auswirkungen auf Ihr Unternehmen hat.

Beispiel: Rechtsradikale Postings auf Facebook mit Ihrem Unternehmenslogo im Hintergrund.

Betriebliche OrdnungMitarbeiter sind dazu verpflichtet, sich an die betriebliche Ordnung zu halten, die Sie in Ihrem Unternehmen aufgestellt haben.

Beispiele: Arbeitsanweisungen, Verhaltensanordnungen, Nutzung von E-Mail- Account und Internet usw.

Bestechung und SchmiergelderMitarbeiter unterliegen grundsätzlich einem Bestechungs- und Schmiergeldverbot, ohne dass Sie dies vertraglich ausdrücklich vereinbaren müssen.
EigentumsschutzIhre Mitarbeiter haben die Pflicht, das Eigentum des Arbeitgebers zu schützen. D. h.: Sie müssen sorgsam mit Arbeitsmaterialien und Werkzeug umgehen, um Schäden zu verhindern.
KleidungMitarbeiter sind verpflichtet, während der Arbeit angemessene Kleidung zu tragen. Zu offenherzige und aufreizende Kleidung müssen Sie nicht dulden.

Wenn die Arbeit es notwendig macht, Schutzkleidung zu tragen, müssen Ihre Mitarbeiter dieser Notwendigkeit nachkommen.

Außerdem können Sie im Rahmen Ihres Direktionsrechts bestimmte Kleidervorschriften im Unternehmen vorgeben, an die sich Ihre Mitarbeiter halten müssen.

Krankheit und GenesungWenn Mitarbeiter krank werden und nicht zur Arbeit erscheinen können, müssen sie Ihnen dies unverzüglich mitteilen. Am 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit sind Mitarbeiter verpflichtet, Ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen. Als Arbeitgeber dürfen Sie diese Bescheinigung sogar schon am ersten Abwesenheitstag verlangen.

Der Mitarbeiter muss alles unterlassen, was seinen Genesungsprozess negativ beeinflussen könnte, z. B. das Ausüben von Nebentätigkeiten, die seiner schnellen Genesung abträglich sind.

Loyalitäts- bzw. TreuepflichtIhre Mitarbeiter müssen jederzeit die Interessen des Arbeitgebers im Blick haben. D. h.: Sie haben auf die Belange Ihres Unternehmens Rücksicht zu nehmen und dürfen z. B. keine Geschäftsgeheimnisse an Dritte weitergeben.
NebentätigkeitenIhren Mitarbeitern können Sie keine Nebentätigkeiten verbieten, es sei denn, es handelt sich z. B. um eine Konkurrenztätigkeit, oder der Mitarbeiter unterschreitet durch die Nebentätigkeit die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten. Ihnen gegenüber anzeigen müssen Mitarbeiter ihre Nebentätigkeit nur, wenn Sie dies vertraglich vereinbart haben.
NotfallarbeitenIn echten Notfällen, z. B. bei Naturkatastrophen, sind Mitarbeiter verpflichtet, Überstunden zu machen, auch wenn diese nicht vertraglich vereinbart sind. Personalengpässe sind keine echten Notfälle.
Politische MeinungsäußerungenMitarbeiter dürfen im Unternehmen keine aggressive politische Propaganda machen und damit den Betriebsfrieden stören. Das verstößt gegen ihre Loyalitätspflicht.
Private AktivitätenMitarbeiter dürfen ihren Arbeitgeber in ihrer Freizeit nicht öffentlich schlechtmachen oder generell ein Verhalten an den Tag legen, das dem Arbeitgeber schadet.

Sie sind ebenso verpflichtet, Sport- und Freizeitaktivitäten zu unterlassen, die ein extremes Risiko bergen.

Beispiele: Klippenspringen, Free Climbing. Verletzt sich ein Mitarbeiter dabei, sind Sie nicht zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall verpflichtet.

UrlaubMitarbeiter haben die Pflicht, ihren Urlaub ausschließlich zu Erholungszwecken einzusetzen. Sie dürfen keine Tätigkeiten ausüben, die eine Erholung verhindern.
Wettbewerb und Konkurrenz Mitarbeiter unterliegen während ihres Arbeitsverhältnisses einem absoluten Wettbewerbsverbot. Das gilt auch für Freistellungsphasen.

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses können Sie ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbaren. Allerdings müssen Sie dem Mitarbeiter dafür eine sogenannte Karenzentschädigung zahlen, die mindestens die Hälfte der zuletzt bezogenen Vergütung betragen muss.

Fazit: Wenn Ihre Mitarbeiter diese Pflichten und Nebenpflichten verletzen, können Sie arbeitsrechtliche Sanktionen einleiten. Das sind: Ermahnung, Abmahnung, ordentliche verhaltensbedingte Kündigung und außerordentliche fristlose Kündigung. Bei einigen Pflichtverstößen können Sie auch Schadensersatz verlangen.